Transsubstantiation (lateinisch für „Wesensverwandlung“) bezeichnet die römisch-katholische Lehre von der dauerhaften Verwandlung von Brot und Wein in den wahren Leib und das wahre Blut Jesu Christi während der Eucharistiefeier.
Der theologische Kern
Bei der Wandlung durch den Priester verändert sich das innere Wesen (die Substanz) von Brot und Wein vollständig. Was jedoch gleich bleibt, sind die äusseren Merkmale (die Akzidenzien) wie Aussehen, Geschmack, Form und Geruch. Für die Sinne bleibt es Brot und Wein, im Wesen ist es jedoch Christus selbst.
Geschichtliche Festlegung
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- Dogma: Die Lehre wurde 1215 auf dem Vierten Laterankonzil offiziell zum Dogma erhoben.
- Bekräftigung: Das Konzil von Trient (1545–1563) bestätigte die Transsubstantiation, um sich von den Reformatoren abzugrenzen.
Unterschiede zu anderen Konfessionen
Die Verwandlung des Abendmahls ist einer der zentralen Streitpunkte zwischen den christlichen Kirchen:
- Lutherisch (Konsonanz/Ubiquität): Martin Luther lehrte, dass Leib und Blut Christi in, mit und unter Brot und Wein gegenwärtig sind, das Brot bleibt aber strukturell Brot.
- Reformiert (Zwingli/Calvin): Brot und Wein sind reine Symbole der Erinnerung. Christus ist nur spirituell gegenwärtig.
