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Metaphorismus

Der Begriff Metaphorismus besitzt zwei völlig unterschiedliche Hauptbedeutungen, je nachdem, ob er in der Sprachphilosophie/Erkenntnistheorie oder als seltener Begriff in der Kunst- und Literaturgeschichte verwendet wird.
Am häufigsten bezeichnet Metaphorismus die unkritische, dogmatische Gleichsetzung eines sprachlichen Bildes mit der Realität. [1]

1. Erkenntnistheorie und Sprachphilosophie
In der Philosophie und Denkkritik beschreibt Metaphorismus einen logischen Fehler bei der Nutzung von Analogien. Vom normalen Metapherngebrauch unterscheidet er sich durch die Reifikation (Verdinglichung): [1]
  • Die Metapher: Sagt, dass eine Sache wie etwas anderes funktioniert (z. B. „Das Internet ist wie eine Datenautobahn“).
  • Der Metaphorismus: Nimmt das Bild wörtlich und transformiert das Modell in die Sache selbst. Er sagt: „Das Internet ist eine Autobahn“. [1, 2]
Hierbei wird die Karte mit dem tatsächlichen Gelände verwechselt. Dies führt oft zu fehlerhaften Schlussfolgerungen, weil Eigenschaften des Bildes ungeprüft auf die Realität übertragen werden. Ein klassisches Beispiel ist das Bild vom menschlichen Gehirn als „Computer“: Im Metaphorismus wird vergessen, dass dies nur ein Erklärungsmodell ist. [1]
2. Kunst und Literatur
In seltenen Fällen wird das Wort analog zu Epochenbegriffen wie Surrealismus oder Futurismus genutzt. Hier steht es für eine Stilrichtung oder Phase des extremen Metapherngebrauchs. [1]
  • Verschlüsselte Darstellung: Künstler nutzen exzessiv Symbole, verfremdete Formen und Analogien.
  • Hintersinn: Die visuelle oder textuelle Oberfläche darf nicht wörtlich genommen werden, sondern transportiert eine rein übertragene, tiefere Botschaft. [1, 2]