Absolutismus bezeichnet eine frühmoderne Herrschaftsform in Europa zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert, bei der ein Monarch die uneingeschränkte Macht im Staat beansprucht. Der König stand dabei über den Gesetzen („princeps legibus solutus est“), war aber theoretisch an religiöse Gebote und Naturrecht gebunden.
Wichtigste Merkmale
- Zentralisierung: Alle Staatsgewalt (Gesetzgebung, Rechtsprechung, Verwaltung) liegt beim Herrscher.
- Gottesgnadentum: Die Herrschaft wird direkt durch den Willen Gottes legitimiert.
- Stehendes Heer: Eine permanente, professionelle Armee sichert die Macht nach innen und aussen.
- Beamtentum: Ein loyaler Verwaltungsapparat treibt Steuern ein und setzt königliche Befehle um.
- Staatskirche: Die Kirche wird in den Dienst des Herrschers gestellt und kontrolliert.
Wirtschaftssystem: Der Merkantilismus
Um den prunkvollen Lebensstil und das teure Militär zu finanzieren, wurde der Merkantilismus entwickelt:
- Exportüberschuss: Rohstoffe billig importieren, Fertigwaren teuer exportieren.
- Zölle: Hohe Schutzzölle auf ausländische Fertigprodukte.
- Infrastruktur: Ausbau von Strassen und Kanälen zur Förderung des Handels.
Bekanntestes Beispiel
Als Prototyp des absolutistischen Herrschers gilt der französische König Ludwig XIV. (der „Sonnenkönig“). Ihm wird der berühmte Ausspruch zugeschrieben: „L’état, c’est moi“ (Der Staat bin ich). Als Symbol seiner absoluten Macht errichtete er das Schloss Versailles.
