„Beauty is no quality in things themselves: It exists merely in the mind which contemplates them; and each mind perceives a different beauty.“ – David Hume, 1711 – 1776, Of the Standard of Taste,
David Hume argumentiert in diesem Zitat für eine subjektivistische Auffassung von Schönheit, die die objektive Existenz von ästhetischen Qualitäten in Frage stellt. Nach Humes Überzeugung ist Schönheit nicht inhärent in den Objekten selbst verankert, sondern entsteht im Moment der Wahrnehmung durch den Betrachter. Diese Auffassung ist ein zentraler Aspekt seiner Philosophie, die tendenziell atheistisch ist, da sie die objektiven Werte oder Absoluten, die oft mit einer göttlichen Ordnung assoziiert werden, negiert.
Hume setzt sich mit der Idee auseinander, dass ästhetische Urteile von den individuellen Erfahrungen, Erinnerungen und Emotionen abhängen. Die Schönheit ist demnach nicht verallgemeinerbar, sondern variiert von Person zu Person. Dies hat weitreichende Implikationen für die Kunst und Ästhetik. In einer Welt, in der Schönheit als subjektiv erachtet wird, entfällt die Möglichkeit, einen „Standard des Geschmacks“ zu etablieren, der universell Anwendung findet. Humes relativistische Sichtweise führt zu einer liberalen Betrachtung von Kunst, die Raum für die Vielfalt individueller Perspektiven lässt.
Diese Überlegung öffnet auch die Tür zu einer skeptischen Haltung gegenüber traditionellen Schönheitsidealen, die häufig durch kulturelle oder soziale Normen geprägt sind. Hume’s Ansatz fordert dazu auf, sich von festgelegten Kriterien zu lösen und die Eigenart der individuellen Geschmackserlebnisse zu schätzen. Indem er Schönheit als psychologisches Phänomen versteht, das im Kontext menschlicher Wahrnehmung entsteht, räumt er subjektiven Erfahrungen einen zentralen Platz in der ästhetischen Diskussion ein.
Zusammengefasst verdeutlicht Humes Zitat, dass Schönheit eine Frage der Wahrnehmung ist und somit relativ bleibt. Diese Perspektive ist nicht nur eine ästhetische Überlegung, sondern ein relevantes Konzept im Rahmen einer von Skepsis und Atheismus geprägten Weltanschauung, die sich von absoluten und universellen Wahrheiten distanziert.
