Der lateinische Ausdruck „a priori“ bedeutet wörtlich „vom Früheren her“ und beschreibt im heutigen Sprachgebrauch etwas, das von vornherein, grundsätzlich oder unabhängig von der Erfahrung feststeht.
Hier ist eine Übersicht über die wichtigsten Verwendungen:
Philosophie und Erkenntnistheorie
In der Philosophie – besonders geprägt durch Immanuel Kant – bezeichnet „a priori“ ein Wissen oder ein Urteil, das rein aus der Vernunft stammt und keiner empirischen Überprüfung durch die fünf Sinne bedarf. Das direkte Gegenteil ist a posteriori (erfahrungsbasiert).
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- Mathematik: Die Gleichung 2 + 2 = 4 ist eine Wahrheit a priori. Man muss nicht erst Gegenstände zählen, um die logische Richtigkeit zu beweisen.
- Logik/Definitionen: Der Satz „Alle Junggesellen sind unverheiratet“ ist a priori wahr, da die Eigenschaft bereits in der Definition des Wortes steckt.
Alltagssprache
Umgangssprachlich nutzt man den Begriff, wenn eine Annahme oder Entscheidung ohne nähere Prüfung von vornherein getroffen wird.
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- Beispiel: „Diese Option können wir a priori ausschließen, weil uns dafür das Budget fehlt.“ (Es steht bereits im Vorfeld fest).
Statistik und Wissenschaft
In der Stochastik (z. B. beim Bayes-Theorem) beschreibt die A-priori-Wahrscheinlichkeit eine Eintrittswahrscheinlichkeit, die vor dem Vorliegen von konkreten Daten oder neuen Experimenten geschätzt oder festgelegt wird.
